Tausche Chefsessel gegen Slum – Management Seminare Extrem – ManagerSOS

Dass Manager und Führungskräfte in einer eigenen Welt leben, ist gemeinhin bekannt. Beruflicher
Erfolg und soziale Stellung haben für die Meisten dabei oberste Priorität. Geschickt täuscht so
manch einer darüber hinweg, dass Werte wie Sozialkompetenz und Empathie dabei auf der Strecke
bleiben – häufig zum Leidwesen der Angestellten. Im Laufe der Jahre haben die Ermittler der
Detektei ManagerSOS viele Bekanntschaften in Wirtschaft und Politik gemacht. Und sie haben ein
Projekt ins Leben gerufen, um deutsche Manager aus ihrem hohen Ross zurück auf den Boden zu
geleiten.
Von Frankfurt nach Cebu City
Eigentlich ist es für Reinhard O. ein Tag wie jeder andere. Der leitende Manager eines IT-
Unternehmens fährt auf der A5 in Richtung Basel und erledigt bei 200km/h nebenbei das
Kerngeschäft seines Unternehmens. Laptop und Handy griffbereit, telefonische Verhandlungen um
die Sorgen und Nöte seines Unternehmens werden getätigt. Der 37-jährige erfolgsverwöhnte
Manager und Vorgesetzter von 10500 Mitarbeitern ist dabei voll in seinem Element. Sorgen der
Familie und der Arbeitnehmer werden hintenangestellt, zumal der Erfolgsdruck immens ist. „Unser
Unternehmen ist so groß, dass ich keine Zeit für die Probleme der einzelnen Mitarbeiter habe. Das
Geschäft ist hart und wer diesem Tempo nicht folgen kann ist draußen“ sagte er einmal in einem
Interview mit einem Wirtschaftsmagazin. Machtkämpfe im Management lassen alles andere
vergessen. Dabei war, wie er später zugibt, dieser Zustand stets eine Gradwanderung zwischen
Burnout und totalem Verlust der Sozialkompetenz seines Umfeldes gegenüber.
Über das Angebot des für ihn bereits tätigen Sicherheitsunternehmens ManagerSOS war Reinhard
O. zunächst verwundert und abgeneigt. Dieses beinhaltete, dass Reinhard O. seinen Chefsessel für
14 Tage Slumleben auf den Philippinen aufgab. Er sollte dort unter extremen Lebensbedingungen
den Begriff Sozialkompetenz neu erleben. „Am Anfang habe ich mich gefragt, was dieses Angebot
mit meiner Familie und meinen Mitarbeitern überhaupt zu tun haben soll. Ich war skeptisch – aber
auch neugierig“. Reinhard O. setzte sich mit der ManagerSOS Consulting in Verbindung und buchte
für sich und 4 weitere Führungskräfte diesen Trip. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste:
Im Anschluss an dieses Projekt würde seine Firma eine 180°-Wende machen.
Im Juni 2018 flog Reinhard O. und seine Begleiter mit einem Linienflug über HongKong nach Cebu
City. Die Mitarbeiter der ManagerSOS nahmen die Manager am Flughafen in Empfang. Gleich zu
Beginn wurden die Wertsachen in Gewahrsam genommen und die Teilnehmer dieses Extrem-
Seminars über die Sicherheitsvorschriften in Kenntnis gesetzt. Aufgrund bitterer Armut kommt es
auf den Philippinen häufig zu Raubüberfällen, Gewaltdelikten bis hin zu Entführung und
Ermordungen – daher ist besondere Vorsicht geboten. Ebenfalls wurde den Coaching- und
Trainingsteilnehmern erklärt, dass in der Zeit des Aufenthaltes – bis auf einen begrenzten Zeitraum –
keinerlei Luxus wie Hotelzimmer, Gourmetessen oder Chauffeur-Dienste zur Verfügung stehen. Das
Sozialkompetenz-Training findet unter denselben Umständen statt, die die Einwohner der 1
Millionen Einwohner-Stadt täglich vorfinden.
Nach 2 Stunden und 45 Minuten Fahrtzeit mittels Jeppney wurden die Teilnehmer in die Provinz von
Toledo auf der Island Cebu verbracht. Blankes Entsetzen machte sich beim Anblick der Wellblech-
und Bambushütten, sowie der Lebensumstände breit. Als Unterkunft diente eine nach beiden Seiten
offene Bambushütte inmitten der philippinischen Slums nahe des beheimatete Urwaldes. Die erste
Aufgabe der Coaching-Teilnehmer war es sich an die Gegebenheiten des Umfeldes und dem
Lebensstandart anzupassen. Schlafen auf dem Bambusboden, Essenszubereitung in der
einheimischen Küche, Trinkwasserversorgung nur an öffentlichen Plätzen. Das Leben und die
Kommunikation mit den Ureinwohnern des Dorfes sind zentrale Aufgaben, die über die nächsten
zwei Wochen verrichtet werden mussten. Dein Teilnehmern wurden feststehende Rollen in der
sozialen Gemeinschaft der Slumbewohner zugeordnet, die Teilnehmer mussten wie die Bewohner
auch ihr Essen von den dorfeigenen Reisfeldern sähen, Hühner jagen, Fische fangen und sich in
diesem archaischen Uhrwerk als funktionierendes Zahnrad beweisen.
„Es gibt dort nichts Vergleichbares zu dem, was in einer zivilisierten westlichen Gesellschaft als
Selbstverständlich gehalten wird. Die bestehende Armut, der unentwegte Drogenkonsum, die hohe
Kriminalität wie Hehlerei, Raubüberfalle und sogar die scheinbaren Kleinigkeiten wie schlechte
Hygienezustände werden zum nicht zu unterbietenden Lebensstandard. Die erschreckende Kenntnis
dabei: Trotz dieses erschütternden Lebensstandards war es offensichtlich für die Slumbewohner
durchaus möglich, auf eine gewisse Art und Weise glücklich zu sein. „Dort drüben herrscht ein
ebenso hoher Erfolgsdruck wie bei uns, nur eben in einem anderen Kontext und der Umgang damit
kann über Leben und Tod entscheiden“ sagte Reinhard O. zum Ende seines Aufenthalts. „Dem
Sozialkompetenz-Coaching entnehme ich als Resumée, dass die Selbstverständlichkeiten einer
konsumorientierten westlichen Gesellschaft nicht für selbstverständlich genommen werden dürfen
und die Sozialkompetenz der eigentliche Schlüssel zum Glücklich-sein und dem damit verbundenen
Erfolg bedeutet. Wer diese Attribute außer Acht lässt verspielt die Chance auf ein funktionierendes
und produktives Miteinander, obgleich in einem Unternehmen, zu Hause mit der Familie oder in den
hiesigen Slums. Das Seminar hat mir gezeigt, dass man gerade von den Ärmsten der Armen
unendlich viel lernen kann.“
Nach zwei erfolgreichen Wochen wurden die IT-Manager wohlbehütet zurück nach Deutschland
gebracht. Der gesamte Seminaraufenthalt wurde selbstverständlich von den Mitarbeitern der
ManagerSOS überwacht und abgesichert.
2019-11-03T10:08:00+00:00

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