Society Hamburg – Elbe Nobelvilla gegen Townhouse Asien eingetauscht – harter Schnitt und die Wahrheit tut manchmal richtig weh
ManagerSOS Kunden sind speziell. Meistens gutbetucht, stehen mitten im Business und haben in ihrem Leben alles erreicht, was möglich war. Oft bietet sich unsern Ermittlern das gleiche Bild, Villa, Nobelkarosse vor der Tür und man steht staunend davor und denkt sich, na dem muss es ja wirklich gut gehen. Sieht man genauer hinter die Fassaden, ergeben sich manchmal völlig andere Wahrheiten.
Wir sind an der Elbe in Hamburg in einem schicken Nobelviertel. Hier reihen sich die Millionen Villen wie Diamanten an einem prunkvollen Edelschmuckstück. Ein Unternehmer öffnet uns ein großes Tor und wir werden in den riesigen Garten geführt, mit Blick aufs Wasser. „Schön hier, nicht wahr?“ „Das alles können sie kaufen, ich will das nicht mehr“ so seine ersten Worte.“ Der Grund warum ich sie haben kommen lassen ist folgender: “Ich möchte weg von hier nach Südostasien, habe mir dort mehrere kleine Immobilien angesehen und bitte sie alles zu überprüfen, damit der Kauf abgesichert ist. Fliegen Sie rüber, checken sie alles gegen, damit ich hier meine Sachen packen kann und mein Neustart gesichert ist.“ Ok, ein Auftrag wie er oft vorkommt, zumal bekanntermaßen trotz internationaler Tätigkeit speziell Südostasien unser Wohnzimmer ist.
Auf den vorgelegten Unterlagen, waren auch die Bilder des Kaufobjektes in Asien, ein kleines Townhouse ca. 400 qm Grundstück plus Garten. Merkwürdig, jemand besitzt eine Millionenvilla mit etlichen 1000 qm Grundstück in bester Lage Hamburgs und zieht in ein kleines Townhouse in Südostasien? Nachgefragt, die Geschichte dahinter war von Einsamkeit und Traurigkeit geprägt.
Erfolgreich hatte der Unternehmer vor Corona Millionengeschäfte gemacht. Zwei Jet-Set Kinder, beide haben studiert und eine Society Dame als Ehefrau, deren ausschließliche Tätigkeiten darin bestanden, das Geld des Vaters im großen Stil an den Mann zu bringen. Arbeiten oder Verantwortung zu übernehmen war nicht das Ding der Oberschicht-Familie, stattdessen beschäftigten sich Kinder und Ehefrau mit dem, was man so in Jet-Set Kreisen ebenso macht. Shopping, Reisen, Party, Luxus, Lifestyle, vom Auto bis zu Goldschmuck, gekauft wurde was geht, bezahlt hat der Ehemann.
Corona kam, die Geschäfte brachen ein, Firma stand kurz vor dem Bankrott, Geld wurde knapper und Ehefrau samt Kinder machten sich rar. So rar, dass sie auszogen, den Ehemann und Vater alleine ließen. Die Ehefrau suchte sich einen Liebhaber, natürlich in Society-Kreisen, Kinder zeigten Desinteresse, bis der Kontakt zu allen nach fast 6 Monaten Corona völlig zum Erliegen kam. Der Unternehmer war plötzlich alleine auf sich gestellt, gab nicht auf und es gelang ihm fast zwei Jahre später einen Millionendeal einzufädeln, der ihn von der Pleite wieder auf die Überholspur des Lebens zurückbrachte. Wohl gemerkt, die Kinder samt Ehefrau hatten sich über 1,5 Jahre nicht mehr gemeldet.
Durch einen Zufall hatte der Sohn offensichtlich über das Internet von dem erneuten Erfolg des Vaters erfahren und wie aus dem Nichts waren plötzlich alle wieder da, erklärten das eigene Fernbleiben als Missverständnis, und wollten am neuen Erfolg des Vaters teilhaben. Vom Verständnis des Ehemannes und Vaters überzeugt, gingen alles drei davon aus, genauso weiterleben zu können wie vor Corona. Leider hatten sie diese Rechnung ohne den Vater gemacht. Dieser hatte die Scheidung eingereicht, der Ehefrau und den Kindern die Konten gesperrt, ließ die Familie vor dem großen Tor der Villa stehen und erteilte allen Hausverbot.
Villa wird verkauft und der Unternehmer zieht zukünftig in ein kleines Haus nach Asien. „Ich brauche diese verlogen Society Welt, es tut mir Weh so eine gierige Familie zu haben, ich schäme mich dafür. Nun bin ich froh, wenn ich hier weg von allem bin. Es tut weh, aber so eine Familie brauche ich wirklich nicht.“ Wochen später war auch unser Job getan, der Unternehmer lebt jetzt in den Philippinen, in einem kleinen Haus, unter der Sonne und ist glücklich und zufrieden. Wirklicher Reichtum ist, wenn man eine Familie hat, die einen in die Arme schließt, auch wenn man mit leeren Händen kommt.


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