Corona –Ausnahmezustände in Krisenzeiten treiben Menschen in die Arme von Sekten, Heilsbringern, selbsternannten Gurus und Weltuntergangessfanatikern. Was zunächst als Hilfe in prekären Lebensabschnitten und Konfliktsituationen angepriesen wird, führt in ein höriges Abhängigkeitsverhältnis jenseits des rationalen Denkens. Die Masche der Anwerbung verläuft eigentlich fast immer nach dem gleichen Muster. Die Opfer befinden sich zumeist in einer psychischen Ausnahmesituation, suchen Hilfe im Internet und geraten in die Fänge angeblicher Gruppen von Gleichgesinnter und laufen direkt in die Arme von Anwerbern derartiger Gruppierungen. Vorgegaukeltes Zuhören, Verstehen und gefühlvolle Gespräche des angeblichen Helfers führen zu einer emotionalen Abhängigkeit des Opfers, bis es zu einem Hilfsangebot seitens des Anwerbers kommt. Das vorgespiegelte geschaffene Vertrauen und die Tatsache sich verstanden und geborgen zu fühlen, wird systematisch aufgebaut, bis das Opfer unter Anwendung nicht bemerkter emotionaler Erpressung direkt im Kreis der Sekte landet.
Unter dem Vorwand einer seelischen Reinigung als Zugang für ein neues besseres Leben geben die Opfer intimste Geheimnisse preis. Dass die entlockten Intimitäten weniger zur Hilfe, sondern vielmehr zu Erpressung und emotionaler Abhängigkeit mit finanzieller Bereicherung der angeblichen Glaubensgemeinschaft genutzt werden, blenden die Getriebenen aus und geraten in einen Teufelskreis, aus dem sie alleine nicht mehr herauskommen. Bankkonten werden geleert, Vermögens- und Erbansprüche übertragen, Schulden gemacht, Familienangehörige, Freunde, berufliches und privaten Umfeld belogen, bis die Opfer eines Tages dem Druck des Doppellebens nicht mehr standhalten. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt zumeist unter erbärmlichen Umständen eine angeordnete Isolation. Viele der Sektenopfer werden in Ausland gebracht und in einem Schuldverhältnis als Arbeitssklaven missbraucht. Kontakt zur Außenwelt wird mittels Erpressung und Bedrohung systematisch unterbunden. Viele Opfer werden ins Ausland verschleppt, während sich findige Rechtsanwälte der Glaubensgemeinschaften rechtssicher das Vermögen des Opfers angeeignen. Genau diese als Hilfe getarnte Profitgier der Akteure bringt nicht nur das Opfer, sondern auch sehr oft das gesamte familiäre Umfeld in Schwierigkeiten.
Genauso ist es einer Schweizer Unternehmerfamilie gegangen, deren 21-jährige Tochter von heute auf morgen verschwunden war. Das Mädchen aus gutem Hause hat sich in die Fänge einer Sekte begeben, sämtliche Vermögens- und Erbansprüche an die Sekte abgetreten und wurde von der Glaubensgemeinschaft ins Ausland verschleppt. Manager SOS Detektive verfolgten die Spur über die USA, Südamerika bis hin nach Südostasien, wo die Vermisste letztendlich in völlig verarmten Verhältnissen auf einem gekauften Anwesen der Sekte vorgefunden wurde. Unter Zuhilfenahme von Personenschutz und diverser Abwehrmaßnahmen gelang es den Ermittlern, die Tochter den Eltern wieder zuzuführen und der Sekte zu entziehen. Die Tochter befindet sich wieder in der Familie und wird psychisch betreut, um das traumatische Erlebnis aufzuarbeiten. Die Sekte hatte sich das Opfer gezielt ausgesucht, um über die Tochter an das Vermögen des Unternehmers zu kommen. Alles Weitere wird jetzt juristisch geklärt.


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